Luftdichtheitsmessung - Blower-Door-Test im Detail

Luftdichtheitsmessung per Blower-Door-Test

Der Blower-Door-Test, oder zu Deutsch: das Differenzdruck-Messverfahren, erlaubt es, die Luftdichtheit einer Immobilie zu messen und so  zu prüfen, ob die Gebäudehülle dicht ist und somit der Lüftungswärmeverlust minimiert wird. Gerade wenn ein Gebäude neu gebaut wird, dann ist ein Blower-Door-Test ideal, um schon vor der Bauabnahme sich später energetisch auswirkende Baumängel aufzuspüren und zu beheben. Bei der Messung werden Leckagen in der Gebäudehülle, in Fenster und Türen ermittelt, sodass Haus, Lüftungsanlagen, Dichtungen und Fugen sowie der energetische Haushalt in Ordnung gebracht werden können.

 

Luftdichtheitsmessung per Blower Door Test Energieberatung Berlin
Der Bau oder die Sanierung sind geglückt und der Blower-Door-Test zeigt Idealwerte? Dann viel Spaß beim energetisch sparsamen Wohnen!

Vorbetrachtungen zur Luftdichtheitsmessung beim Neubau

 

Soll ein Neubau - etwa ein Effizienzhaus oder ein sogenanntes Passivhaus - auf seine Luftdichtheit hin untersucht werden, dann muss der Bau in seiner Hülle bereits über Fenster, Türen, Dach, ggf. Dämmung und ähnliche Maßnahmen verfügen. Sind alle Dichtungen, die Dampfbremsfolie und andere Materialien verbaut, alle Kleber getrocknet und sonst auch alles bereit, dann kann die Differenzdruckmessung stattfinden.

 

Da das Verfahren oft mit der Thermografie einhergeht, ist es von Vorteil, wenn Außen- und Innentemperatur sich unterscheiden. Zudem sollte im zeitlichen Bauplan genügend Zeit für die Maßnahme - etwa im Rahmen der Bauabnahme - eingerechnet werden. Die Luftdichtheit des oder der Gebäude wird in den folgend aufgezeigten Schritten gemessen.

 

So läuft ein Blower-Door-Test ab

 

Die Differenzdruckmessung geschieht normalerweise in drei Phasen, die hier kurz zur Darstellung des Blower-Door-Test skizziert werden sollen. Je nach Gebäude, von Wohnimmobilie bis Unternehmenshalle, können sich Einzelheiten unterscheiden. Der Blower-Door-Test wird aber meist nach diesem Schema erledigt:

  • Vorbereitung: Alle Fenster und Türen nach außen werden geschlossen; im Gebäude werden alle Türen geöffnet, um ein „Einraumgebäude“ für die einheitliche Messung herzustellen.
  • Phase 1: Es wird ein Unter- oder Überdruck im Gebäude erzeugt, der sich um 50 Pa (Pascal, also 50 Newton pro m²) vom Außendruck unterscheidet. Per Thermografie, durch Rauchspender oder Luftgeschwindigkeitsmesser werden dann einzelne Leckagen in der Gebäudehülle aufgedeckt.
  • Phase 2: Erneut wird ein Unterdruck aufgebaut; dann aber gesteigert. Die zweite Phase des Blower-Door-Test beginnt bei 10 bis 30 Pa und wird in 5er- bzw. 10er-Schritten auf bis zu 100 Pa erhöht (je nach Gebäude auch nur 60 Pa). Nach jeder Erhöhung wird der Luftvolumenstrom (s. u.) gemessen.
  • Phase 3: Der Blower-Door-Test schließt mit einer umgekehrten Phase 2, mit der Messung von Leckagen bzw. dem Luftvolumenstrom bei einem schrittweise gesteigerten Überdrück im Gebäude.

Zum Volumenstrom: Dieser gibt an, wie viel Volumen (Luft bei beschriebener Messung) in einem bestimmten Zeitraum durch das Haus strömt. Ins Verhältnis zum Volumen des Gebäudes gestellt lässt sich dann die sogenannte Luftwechselrate ermitteln. Ist diese bei geschlossenen Fenstern und Türen hoch, dann gibt es Leckagen.

 

Noch wichtiger als das Messergebnis sind daher das Auffinden und Schließen kleiner Öffnungen, welche die Luftundichtheit verursachen. Bei Gebäuden ohne raumlufttechnische Anlage (RLT) darf der Wert im Messprotokoll 3,0 h-1 nicht überschreiten, bei Gebäuden mit RLT liegt der Grenzwert bei 1,5 h-1. (Erklärung der Werte: Das dreifache bzw. eineinhalbfache Luftvolumen des Hauses wird innerhalb einer Stunde ausgetauscht.)

 

Wie werden Unter- und Überdruck aufgebaut?

 

Dazu wird ein Zugang des Hauses, eine Tür meist, geöffnet und mit luftundurchlässiger Folie bedeckt. In dieser befindet sich zudem ein computergesteuerter Ventilator, der beim Blower-Door-Test so viel Luft aus den Gebäuden herauszieht oder hineinströmen lässt, dass sich der entsprechende Druck ergibt.

 

Das Haus ist nicht luftdicht – was nun?

 

Haben Sie Ihre Bestandsimmobilie, beispielsweise Ihr Einfamilienhaus, überprüfen lassen und hat der Blower-Door-Test gezeigt, dass die Hülle des Gebäudes Leckagen aufzeigt, dann können Sie verschieden vorgehen. Rahmen von Fenstern und Türen lassen sich austauschen; die Dämmung von Fassade und Dach erneuern. Was am Ende genau zu tun ist, Erfahrungen Sie bei der Auswertung des Blower-Door-Test und der entsprechenden Energieberatung.

 

Vorteile der Luftdichtheit des Gebäudes

 

Egal ob Neubau oder Messungen bei bestehenden Gebäuden, die Luftdichte bei einem Haus hat mehrere Vorteile. Haben Sie also undichte Stellen beseitigt und sind baulich den Luftlecks des Hauses beigekommen, profitieren Sie von diesen Vorteilen der Luftdichte:

  • Ersparnisse durch niedrigen Heizwärmebedarf aufgrund reduzierter Lüftungswärmeverluste
  • Vermeidung von Zugerscheinungen für Bewohner der Gebäude
  • Verbesserung der Luft- und Wohnqualität für Allergiker
  • Verbesserter Schallschutz durch schließende Dämmung der Gebäudehülle
  • Vermeidung von feuchtebedingten Bauschäden wie Schimmel
  • Optimale Betriebsbedingungen für Lüftungsanlagen
  • EnEV honoriert dichtheitsgeprüfte Gebäude
  • Einsparpotenziale über den gesamten Lebenszyklus
  • Qualitätsnachweis gegenüber Kaufinteressenten

Fazit zum Blower-Door-Test

 

Der Blower-Door-Test zeigt Schwachstellen in der Luftdichte von Gebäuden auf. Im Rahmen des Baus einer Immobilie oder für die energetische Sanierung Ihres Hauses kann dies essenziell sein. Das Verfahren lohnt sich aufgrund der oben aufgezeigten Vorteile eines luftdichten Hauses mehrfach! Sind Sie neben dem Differenzdruck-Messverfahren an einer grundsätzlichen Energieberatung mit Einspar-Tipps für Energie und Kosten interessiert, dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.